500 Jahre Reformation – Hier stehe ich und kann nicht anders!

Referate, Podiumsdiskussion und Workshops zum Reformationsjubiläum im Dag Hammarskjöld-Gymnasium Würzburg

Einen Abend und einen Vormittag lang waren die Ereignisse und Folgen des 31. Oktober 1517 Gegenstand von Referaten, Podiumsdiskussion und Workshops am Evangelischen Gymnasium am Frauenlandplatz. Damals hatte Martin Luther an seine kirchlichen Vorgesetzten zum Thema Ablasswesen geschrieben. Er hoffte damit, den Missstand beheben zu können. Den Briefen legte er 95 Thesen bei, die als Grundlage für eine Disputation zu diesem Thema dienen sollten. Diese Aktionen Luthers mündeten in die Reformation, die bis heute grundlegend das christliche Leben prägt.
Noch vor dem Reformationsjubiläum hatte das Evangelische Dag-Hammarskjöld-Gymnasium zu der Veranstaltung „Hier stehe ich und kann nicht anders“ – 500 Jahre Reformation eingeladen. Den musikalischen Auftakt gestaltete ebenso wie die Zwischengesänge der Frauenchor des Gesangsvereins Thüngersheim unter Leitung von Marcel Estermann.  
Fakten zu Geschichte und Folgen der Reformation lieferte das Auftaktreferat des Historikers Dr. Hans Steidle, der Ereignisse und Folgen des 31.Oktober 1517 als „religiöse Revolution“ bezeichnete. Der „Grundton des Lebens“ ist damals laut Steidle  „bittere Schwermut“. Das damals neue Medium, der Buchdruck ab 1455, verändert die Lage, ermöglicht die Alphabetisierung, bedeutet das Ende des Wissensmonopols der Kirche. Hinzu kommt das neue Weltbild und die Ansicht, der „Mensch als Maß aller Dinge.“ Steidle wörtlich: „Eine religiöse Revolution.“
Im zweiten Referat beschäftigte sich Pfarrer Christian Herpich mit der Frage „Was hat uns Luther heute noch zu sagen?“ und zeigte vielfältig auf, welche Chancen die Reformation in Glaubensfragen eröffnete und wie diese bis heute wirken. Dabei hatte er sich prominenter Hilfe versichert, denn Schulleiter Hermann Berst im Gewand des Dr. Martin Lother trug Thesen vor, die Pfr. Herpich dann illustrierte und kommentierte.
Für den dritten Teil des Abends, das Gespräch mit den Experten auf dem Podium, nämlich Dekanin Dr. Edda Weise, Domkapitular Günther Putz, Pfarrer Christian Herpich und Dr. Hans Steidle, hatte die Schülerin Sina Rathß (Q 11) Fragen vorbereitet, die dann, unter der Moderation von Klaus Schmidt,  beantwortet und kommentiert wurden. 
Der informative und harmonische Abend klang aus mit einem Empfang, wo bei Bretzen, „Lutherbier“ und  Wasser weiter diskutiert wurde.
Für Unter- und Mittelstufenschüler fanden dann am nächsten Morgen Workshops statt, jeweils eingeführt von Christian Herpich und Dr. Hans Steidle und in denen Thesen zu aktuellen Fragen erörtert wurden.

wohu