Besinnungstage der Q11: Ein Zimmer voller Schweigen – eine bewegende Erfahrung

Gott ist ein fieser Tyrann und wohnt in Brüssel, er unterdrückt seine Frau, er hat keinen Kontakt zu seinem Sohn (Jesus) und seine Tochter (!) hat allen Menschen ihre Todesdaten verraten, damit sie keine Hoffnung mehr haben und Gott damit machtlos wird – so stellt sich ein aktueller Kinofilm Gott vor und so haben manche unserer Kollegiaten Gott kennen lernen dürfen auf unseren Besinnungstagen in Iphofen (21. bis 22. Dezember) mit Blick auf das langsam nahende Ende ihrer Schullaufbahn. Dabei war das Thema ja eher, „Wie kann ich Spiritualität leben?“ und vor allem: „Wie kann ich Gott begegnen, wie macht man das, Gott in seinem Leben zu spüren?“, doch dazu war neben den Fragen, wie Gott in aktuellen Kinoproduktionen vorkommt, oder wie man in einem evangelischen Frauenkloster lebt, auch noch vieles andere auszuprobieren. Eine Taize-Andacht in einer selbst umgebauten fränkischen Dorfkirche, Phantasiereisen in die eigene Vergangenheit, das aktuelle eigene Gottesbild gestalten oder erzählbar machen, lange Spaziergänge mit besonderen spirituellen Aufgaben und immer wieder: Schweigen und Hören, was Gott eventuell schon längst in mir zum Schwingen gebracht hat. Besonders eindrücklich: Alle zusammen haben in einem eigens für die Meditation vorbereiteten Raum (mit minimalistischer Einrichtung) über 45 Minuten geschwiegen, kein Geräusch, kein Rascheln war zu hören, nur hochkonzentrierte Kollegiaten, „ein Raum voll Schweigen“ sozusagen, der viele bewegt und einiges angeregt hat. Das fordert eigentlich eine Fortsetzung.

Besinnungstage der Q11_1 (kleiner)

Der Andachtsraum

Pfr. Christian Herpich