Der Austausch mit Faribault 2016

Nachdem uns im Mai dieses Jahres unsere amerikanischen Freunde besucht haben und wir schon mal unsere Austauschpartner kennenlernen durften und sozusagen „Heimspiel“ hatten, sind wir selber zum großen Abenteuer aufgebrochen und über den großen Teich geflogen.

Endlich war es so weit – am 03.09. ging es los! Nach neun Stunden Flug und Zwischen-Stopp in Chicago, mit sehr ungewöhnlichen Sicherheitsmaßnahmen, kamen wir endlich geschafft und voller Vorfreude am Flughafen in Minneapolis an und wurden von unseren amerikanischen Freunden herzlich, mit Bannern und Flaggen, empfangen. Es war wirklich schön, alle nach langer Zeit wiederzusehen. Von unseren Gastfamilien wurden wir mit offenen Armen empfangen und wir fühlten uns sofort wohl.

Schule und Familien
Nachdem wir uns am ersten Wochenende erst einmal in unseren Familien eingelebt hatten und den „American Way of Life“ am eigenen Leib hatten erfahren dürfen, ging es am Montag dann zum ersten Mal in die Schule- die High School. Lange unübersichtliche Korridore, versteckte Gänge und Zimmer, komplett andere Aufteilung und Stundeneinteilung – und wir mittendrin. An unserem Treffpunkt, dem „Homeroom“ trafen wir uns von da an immer mit unseren deutschen Begleitlehrern in der ersten Schulstunde. Dort besprachen wir diverse Angelegenheiten, wie z.B. was an dem Tag alles anstand, ob es irgendwelche Probleme gab, oder ob jemand etwas Spannendes von unserem „neuen“ Zuhause berichten wollte.

Rathaus und Scavenger Hunt
Am Dienstag, den 6. September, nach unserem ersten amerikanischen Schultag besuchten wir das Rathaus von Faribault. Wir wurden von einem Schulbus ins Stadtinnere transportiert und dann von dem City-Geschäftsleiter in Empfang genommen. Dieser erklärte uns, wie die Politik in der Stadt abläuft. Kurz darauf stieß der Bürgermeister John Jasinski zu uns. Er sprach über das Patenstadt-Verhältnis zwischen Faribault und Würzburg, welches nun schon seit dem 2. Weltkrieg besteht. Er erklärte uns schließlich zu Ehrenbürgern und wir bekamen ganz hochoffizielle Urkunden.
Den Rest des Vormittages verbrachten wir mit einer Scavenger Hunt (Stadtrallye) durch Faribault, wodurch wir auch die Stadt besser kennenlernten. Die Aufgaben waren, etwas über das Wetter des Tages herauszufinden sowie in verschiedene Läden und Cafés zu gehen, um dort verschiedenste Aufgaben zu erfüllen. Das Wetter wollte an diesem Tag jedoch nicht mitspielen und so mussten wir uns im Regen auf die Suche nach den Antworten begeben. Der Tag wurde schließlich mit einer Willkommensfeier (Welcome Party-„Pot Luck“) in der schuleigenen Kantine abgeschlossen. Die Gasteltern brachten jeweils unterschiedliche Gerichte mit und es wurde ein echt typischer amerikanischer Kuchen angeschnitten. Den Rest des Tages verbrachten wir mit unseren Austauschpartnern.

Stadttour Minneapolis
In der ersten Woche durften wir auch schon gleich Großstadtfeeling schnuppern, denn am Freitag, den 09 September 2016, fuhren die deutschen Austauschschüler für eine Stadttour nach Minneapolis. Nach einer aufregenden Busfahrt in einem typisch amerikanischen gelben Schulbus kamen wir in der Stadt an. Man hatte die hohen Wolkenkratzer schon vom Highway aus gesehen. Nach der Stadtführung von „The Fit Tourist“ fuhren wir anschließend noch zu den Minihaha-Falls (an dem Punkt, an dem sich der Mississippi bildet). Dort machten wir dann eine kleine Pause und traten dann schließlich wieder den Heimweg an.
Jeder hatte mit seiner Gastfamilie etwas Anderes nach der Schule oder am Wochenende unternehmen dürfen, und so kam es, dass sich am Jesse-James-Day einige Gastfamilien zusammengeschlossen hatten. Einige durften die traditionelle Parade in Northfield besuchen.
Am Jesse-James-Day war vor langer Zeit zum ersten Mal eine Bank in Nord Amerika ausgeraubt worden. Dies wird dort in einer aufwendigen Parade mit Reitern nachgestellt, welche dann eine „Bank“ überfallen. Die Parade war sehr schön und auch interessant. Ebenso hat man dort auch ein paar Unterschiede zu deutschen Paraden gesehen.
An einem der letzten Abende gingen Gruppen auf „Valley Fair“, dies ist vergleichbar mit Freizeitparks in Deutschland. Am Abend verwandelt sich dieser Freizeitpark dann in das „Valley Scare“, was einem riesigen Gruselkabinett im Freien gleichkommt, da ein Teil der Attraktionen zu Gruselhäusern oder –gärten umgebaut wird. Außerdem laufen auf dem ganzen Gelände Angestellte herum, die dann die Gäste erschrecken. Ein Unterschied hier ist: Sie dürfen die Gäste nicht berühren. Alles in allem war der Abend sehr schön, wenn auch sehr erschreckend.   

Football
Eine der beliebtesten Sportarten an der FHS (Faribault Highschool) ist Football. Dieser Sport ist vielen wichtig und deshalb gab es auch bei den Spielen viele Zuschauer, viel mehr, als wir es bei einem klassischen Schulteamwettkampf erwarten würden, es ist dort ein richtiges Spektakel! Eines der Spiele, die wir besuchten, war gegen Owatonna, einer Kleinstadt südlich von Faribault, und der geheime, spielerisch sehr starke Derbygegner. An diesem Abend gewann Faribault zum ersten Mal seit sieben Jahren gegen diesen Gegner. Die Freude war dementsprechend groß! Bei den Spielen gab es für die Zuschauer immer Mottos, wie zum Beispiel „white out“ oder „pink out“. Außerdem ist es auch Tradition, dass die Mädchen das Trikot eines Spielers tragen (normalerweise machen das nur die Seniors). Die Football-Spieler selber müssen am Tag des Spiels ihr Trikot in der Schule anziehen.

Mall of America/Einkaufen
Die Mall of America ist das weltweit meist besuchte Shopping- und Entertainmentcenter (42 Mio. Besucher pro Jahr!). Bei 520 Shops, 50 Restaurants und dem größten Indoor-Freizeitpark des Landes ist für jeden was dabei. Die Mall of America ist nahe Minneapolis, was ca. eine Stunde von Faribault entfernt ist. Am Dienstag in der zweiten Woche traten wir eine Fahrt mit der Schule zur Mall of America an. Es wird vermutet, dass am Ende unseres Shoppingtrips mehr Tüten als Menschen im Bus Platz nahmen!

Präsentationen
Am vorletzten Schultag haben wir alle Präsentationen über verschiedene Themen vorbereitet, wie zum Beispiel Würzburg, Essen oder Unterschiede zwischen amerikanischen und deutschen Schulen. In Zusammenarbeit mit Frau Bilbro wurden wir dann von den unterschiedlichen Lehrkräften an der High School „gebucht “und hielten in diesen Stunden unsere Präsentationen. Es gab weniger gefragte Gruppen, die nur viermal dran waren, und es gab sehr gefragte Gruppen, die bis zu neunmal ihre Themen vorstellen durften. Die am häufigsten gebuchte Gruppe hatte das Thema „Essen “. Die amerikanischen Schüler konnten so ganz unterschiedliche Einblicke in andere Lebensbereiche und Welten bekommen und wir glauben, es hat ihnen sehr gefallen.

Duluth, Camp Widjiwagan                                              
Morgens um 08:00 Uhr starteten wir an der Faribault High School mit dem Bus in Richtung Duluth. Während der Fahrt machten wir an einer Aussichtsplattform am Lake Superior, dem größten Süßwasser-See der Welt, eine Pause. Danach ging es weiter zu dem Split Rock Lighthouse, welches früher die Schiffe auf dem Lake Superior  vor den Felswänden warnte. Nachdem wir uns eine Dokumentation über die Geschichte des Leuchtturms angeschaut hatten, durften wir den Leuchtturm von innen besichtigen. Danach stiegen wir eine Treppe zum See hinab. Daraufhin fuhren wir zu der University of Minnesota in Duluth, wo wir eine Führung von drei Schülern bekamen. Diese zeigten uns nicht nur die Vorlesungssäle und den Sportteil mit Eishockeyhalle, Fitnessstudio etc., sondern auch ihre eigenen Zimmer. Hier durften wir das erste Mal echte „Collegeluft“ schnuppern.
Danach fuhren wir zu unserem Hotel und bezogen unsere Zimmer. Wir machten uns schnell fertig und dann fuhren wir auch schon wieder mit unserem Bus zu einem Restaurant, namens Old Chicago. Während die meisten Pizza und Burger (die haben so gut geschmeckt) aßen, schauten manche noch das Spiel des Football-Clubs aus Minnesota an.
Am nächsten Tag fuhren wir etwa weitere drei Stunden mit dem Bus zum Camp Widjiwagan, wo wir gegen 12 Uhr ankamen. Nach einer Einweisung durch die Camp-Mitarbeiter wurden wir in Gruppen eingeteilt. Nach dem Mittagessen erkundete jede Gruppe die Landschaft. Zum Abendessen kehrten alle Gruppen zum Camp zurück. Danach unternahmen wir in völliger Dunkelheit (da keine Städte in der Nähe waren, die den Himmel erleuchteten) eine Nachtwanderung. Wir hatten Glück, denn keine Wolke versperrte uns die Sicht, und so konnten wir die Milchstraße und Nordlichter sehen.
Natürlich hatten wir im Camp eine feste, warme und trockene Schlafmöglichkeit, denn wir haben dort in Holzhütten übernachtet. Auch gab es dort einen sogenannten Gemeinschaftsraum, in dem wir die Mahlzeiten zu uns nahmen und uns über Erlebtes austauschen konnten.
Am nächsten Tag fuhren wir Kanu auf dem Burntside See, an dem das Camp liegt. Anschließend gingen wir zum Team-Building. Dafür konnte sich jede Gruppe etwas Spezielles aussuchen, wie z.B. die Navigation mit dem Kompass. Nach dem Abendessen gab es dann die Möglichkeit, in eine typische und urige Holzsauna zu gehen, die noch mit echtem Holz 5 Stunden vorher angeschürt wurde und danach in den eiskalten See zu springen, natürlich mitten in der Nacht. Dies war für alle Schüler ein Highlight des Aufenthalts.
An unserem letzten Tag im Camp nahmen wir an einem Survival-Training teil. Dabei lernten manche Gruppen, wie man zum Beispiel Feuer macht, etc. Nach dem Mittagessen wartete unser Bus auch schon wieder auf uns, der uns nach Faribault zurückbrachte. Im Gegensatz zu den anderen Tagen im Camp, an denen die Sonne schien, regnete es an diesem Morgen des Öfteren. Das erleichterte uns den Abschied aber ein bisschen.
Letztendlich kamen wir dann gegen 6:00 Uhr nachmittags wieder in Faribault an und konnten so unseren letzten Abend in den USA noch angenehm feiern.

Goodbye und Rückflug
Am Donnerstag, den 23.09.2016, ging es nach einem tränenreichen Abschied von den Austauschpartnern wieder in einem Schulbus, diesmal mit Anhänger für das ganze Gepäck, nach Minneapolis, wo der Flieger nach Chicago startete. Nach einer Wartezeit von etwa zwei Stunden am Flughafen und einer Flugzeit von 90 Minuten nach Chicago konnten die Schüler an Bord der United Airlines nach Frankfurt gehen. Die Flugzeit betrug acht Stunden und 30 Minuten. Heil in Frankfurt angekommen, wartete auch schon der Bus, der zuerst die Veitshöchheimer und dann die Dag-Hammarskjölder Schülerinnen und Schüler an die Schulen brachte. Dort wurden sie dann von Eltern, Geschwister und Schulkameraden in Empfang genommen. Alles in allem war es eine unvergessliche Reise für jedermann.

Julia Rosengarth 10b, Marcel Rosenberger 10b, Christopher Romeyke 10b, Lennart Lösel, 10b, Vincent Tilp Q11, Leonie Fischer,10b, Lisa Ziegler Q11