DIES LATINUS

Der 29. Januar (a.d. quart. Kal. Febr.) stand ganz im Zeichen der lateinischen Sprache.

Schon beim Dienstagsimpuls zog der Konsul Wolfgangus Pamolitorius Barbatus in Begleitung seiner vier Bodyguards (lictores) mit Rutenbündeln (fasces) und einem Legionsadler (aquila) zu donnernden Fanfarenklängen in die Aula ein. Gemäßigten Schrittes bestieg er in einer mit einem Purpurstreifen gesäumten Toga (toga praetexta) die Rednerbühne. In der folgenden Rede (oratio) rief er den DIES LATINUS als Tag der Freude (Dies gaudii) aus und lud die ganze Schulfamilie für die große Pause (magna mora) zu einem kostenlosen (gratis) Essen (cena) ein. Niemand ahnte zu diesem Zeitpunkt, welch köstliche, mit einer leckeren Käsecreme (moretum) bestrichenen Brote (mustei) auf alle warteten.

Der Konsul (mitte) mit Gefolgschaft und Bodyguards

In den verbleibenden Stunden bis zur großen Pause richteten Schüler und die Lehrkräfte der Fachschaft Latein die Aula her, stellten Stellwände mit Informationen zu „römischem Allerlei“, z.B. Stadthaus/Landhaus (domus/villa), Spiele (ludi), Essen (cena), Staat (res publica), Kleidung (vestes) und Tische mit Spielen und Schreibtafeln (tabulae) auf. Viele fleißige Helfer kümmerten sich um das Bestreichen der Brote mit der leckeren Käsecreme, wobei einige Streicher der Versuchung so manchen Brotes nicht widerstehen konnten.
In der Pause wurde das nach vier Stunden Unterricht hungrig gewordene Volk (populus) mit Fanfarenklängen an die mitten in der Aula aufgebaute Futterstelle gelockt. Schnell leerten sich die reichlich gedeckten Tische. Als besondere, informative Attraktion wurde auf der Bühne eine Toga gezeigt und „am lebenden Beispiel“ eines Schülers erklärt, wie solch ein riesiges Gewand angelegt wurde.

Die „Futterstelle“ für die hungrigen Schülerinnen und Schüler

Veranschaulichung, wie man eine Toga anlegt

Nachdem alle Brote aufgegessen waren, wurde der DIES LATINUS für beendet (finitus) erklärt und das Volk musste, ob es wollte oder nicht (nolens volens), wieder in den Unterricht. Der Tag hat gezeigt, dass Latein eine tolle Sprache ist, die man auch heute benutzen und verstehen kann, und dass die Römer uns vieles hinterlassen haben, was für uns selbstverständlich zu unserer Kultur dazugehört.
Und vielleicht haben Sie, lieber Leser, so manche lateinischen Worte in Klammern als gar nicht so fremd empfunden.

Zum Schluss bleibt noch allen, die mitgeholfen haben, ein „MAXIMAS GRATIAS AGO“ zukommen zu lassen: Vielen Schülerinnen und Schülern für das Herstellen der Käsecreme, für die Hilfe beim Ankleiden, Aufbau und Aufräumen, den Liktoren für ihre beschützende Begleitung, den Technikern für den guten Ton und allen, die mir wahrscheinlich erst später einfallen.
Ein ganz besonders herzliches Dankeschön sage ich auch an dieser Stelle meinen lieben Fachkolleginnen J. Fernandes und S. Kalb für ihren vielfältigen Beitrag, den sie zum Gelingen unseres DIES LATINUS geleistet haben.

Salvete vos omnes!

W.P. (B;)