Französische Sportstunden am Dag-Hammarskjöld-Gymnasium

Im Dezember 2018 hatten drei Sportklassen der Jahrgangsstufen 6, 8 und 10 die Gelegenheit, fächerübergreifenden Unterricht in der außergewöhnlichen Verbindung Sport-Französisch zu erfahren.

Ziel des Projektes war unter anderem, dass die Schülerinnen Französisch in einem anderen Kontext als innerhalb eines Klassenzimmers erleben, aber auch sprachlich etwas dazulernen und in sportlicher Hinsicht Bewegungserfahrungen sammeln sowie gegebenenfalls neue Sportarten näher kennenlernen. Dass ich diese Ziele mit den Schülerinnen erreichen konnte, bestätigte mir das Feedback vonseiten der Schülerinnen.

Im Rahmen dieses Projektes hatte ich drei spannende Themen für die Stunden vorbereitet. Zum einen eine Einführung in das in Frankreich sehr beliebte Rugby, welches in manchen Regionen sogar beliebter als Fußball ist. Hierbei hatten die Schülerinnen einerseits die Gelegenheit, das Passen mit echten Rugby-Eiern in verschiedenen Übungen zu trainieren und am Ende sogar eine vereinfachte Variante des Zielspiels Rugby, das <<rugby touché>>, zu spielen. Andererseits waren die Schülerinnen im Hörverstehen bezogen auf die französische Sprache gefordert, um die Erklärungen zu verstehen. Dabei eigneten sie sich auch sportbezogenes Vokabular an, wie beispielsweise <<lancer>> („werfen“). Außerdem kann ich an dieser Stelle festhalten, dass sie vorbildlich die für das Rugby-Spiel wichtigen Werte des Fairplay und der Kooperation beherzigten.
Das zweite Stundenthema war <<le Parkour>>, eine Trendsportart, die ihren Ursprung in Frankreich hat, sodass einige ihrer Begriffe auch französisch sind wie etwa <<saut de bras>> („Armsprung“) oder <<saut de précision>> („Präzisionssprung“). Diese Sprünge entdeckten die Schülerinnen im Rahmen des sogenannten „entdecken lassenden Lernens“. Außer Kreativität brauchten die Schülerinnen auch ihre Französischkenntnisse, um ihre Bewegungsformen nicht nur demonstrieren, sondern auch auf Französisch beschreiben zu können.
Eine alternative Tennisstunde stand schließlich für die zehnte Klasse auf dem Plan. Hier spielten sich die Schülerinnen die Tennisbälle nicht nur mit alternativen Schlägern zu, sie testeten auch das französische <<jeu de paume>> („Handinnenflächenspiel“), auf welches das heutige Tennis zurückgeht. Wie auch in den anderen beiden Stunden kam hier die kommunikative Kompetenz der Schülerinnen zum Einsatz, vor allem, als sie sich mit der Ausführung des Vor- und des Rückhandschlages beschäftigten.

Insgesamt ergaben sich auch für mich vielfältige interessante Erfahrungen, insbesondere, weil ich die Stunden eigentlich für Schülerinnen und Schüler mit Französisch als zweiter Fremdsprache konzipiert hatte, sie aber flexibel den Klassen anpassen konnte, denen auch Schülerinnen ohne Französisch angehörten. Durch ein paar zusätzliche Übersetzungen und die gute Kooperation stellte die Sprachhürde kein Hindernis mehr für die Teilnahme am Sport dar.

Dem Dag-Hammarskjöld-Gymnasium möchte ich daher dafür danken, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, dieses Projekt zu realisieren!

Jessica Klüh (Studentin der Julians-Maximilians-Universität Würzburg)