Impressionen und Bericht der Straßburg-Luxemburg-Brüssel-Fahrt vom 4. bis 6. Oktober

Europa auf allen Ebenen auch künftig ein Thema: Eindrücke vor Ort in Straßburg, Luxemburg und Brüssel gesammelt

Bei der Oberstufenfahrt der Q 12 zu Europäischen Institutionen Eindrücke vor Ort und Informationen aus erster Hand gesammelt – Seit 2004 im Programm der Oberstufe, mit einem Würzburger, der in Brüssel arbeitet

Große Überraschung der diesjährigen Oberstufenfahrt der Q 12 zu den Europäischen Institutionen: UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und die Gruppe des Dag Hammarskjöld-Gymnasium sind zur selben Zeit im Empfangsfoyer des Europa-Parlaments in Straßburg.

Es war noch dunkel, als die 32 köpfige Gruppe vor der Schule mit dem Bus aufbrach. Erstes Ziel der Exkursion zu den Institutionen Europas und der Europäischen Gemeinschaften war Straßburg. Nach rund 45 Minuten in den Sicherheitschleußen des Europa-Parlaments gab es die vereinbarte Begegnung mit Kerstin Westphal, MdEP, der aus Unterfranken (Schweinfurt) stammenden Abgeordneten. Sie skizzierte kurz ihre Arbeit und die Arbeitsbedingungen der Abgeordneten im Europa-Parlament.

Die einmalige Gelegenheit war, dass Schüler/innen der Schule, die den Namen des 2. UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld (1905-1961) trägt, dem amtierenden UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Straßburg begegnet. Ban Ki Moon, (* 1944) UN-Generalsekretär seit 2007, betrat mit Martin Schulz, Präsident des Europa-Parlaments, das Empfangsfoyer. Beide würdigten dann in kurzen Statements die Ratifizierung des Klimaschutzabkommens COP 21.

Vom Europaviertel ging es in die Stadt Straßburg, wo das Münster, die Gassen der Altstadt und Einkaufsmeile am Bassin Vauban lockten. Am Nachmittag ging es mit dem Bus weiter über die Vogesen, vorbei an Metz, dem lothringischen Stahlgebiet und Schengen nach Luxemburg, Hauptstadt des gleichnamigen Großherzogtums. Zuerst auf den Kirchberg mit den Banken und Europäischen Einrichtungen, wie EuGH (Europäischer Gerichtshof) und EIB (Europäische Investitionsbank), aber auch den Kulturstätten wie Neuer Philharmonie und MuDam (Museum für moderne Kunst). Dann weiter in die Altstadt. Vom Place de la Constitution ging es zu Fuß in das Zentrum der Stadt Luxemburg, zum Sitz des Premierministers, zum Parlament (Chambre des Députés) und dann hinunter in den Grund, wo der Festungscharakter von Luxemburg deutlich wird. Durch das Kloster Neumünster, heute Tagungs- und Konferenzzentrum, dann wieder hinauf in die Altstadt und wieder in den Grund, in die Jugendherberge Luxemburg.

Am nächsten Morgen, während der Fahrt durch die Ardennen, regnete es nicht und so war auch ein Kurzbesuch in Waterloo möglich. In dem rund 25 Kilometer südlich von Brüssel gelegenen Ort stand sich am 18. Juni 1815 halb Europa auf dem Schlachtfeld gegenüber. Dann nur noch 25 Kilometer bis Brüssel.

Schon während der Fahrt durch das EU-Viertel beim Rond-Point Schumann war erhöhte Polizeipräsenz zu bemerken, was aber dem Genuss von Frites mit den diversen Saucen auf der Place Jourdan bei der legendären Friterie Antoine keinen Abbruch tat.

Praktisch nahtlos ging es in einen Marathon über: Besuch bei Caritas Europa, wo man sich selbst als einen „Lobbyisten“ für Soziales in Europa bezeichnet und wo Stephan Schwertfeger referierte. Dann der Besuch in der Vertretung des Freistaates Bayern bei der Europäischen Union, wo wieder ein ehemaliger Würzburger, ORR Dr. Julian Firsching über Aufgaben und Ziele der Vertretung in Brüssel informierte. Dann ging es von der Kathedrale aus zu Fuß in das Herz Brüssels mit der Galerie St. Hubert, durch die „Freßgasse“ zur Grand Place mit dem Rathaus und dann  zum Männeken Pis. Durch den Feierabendverkehr und mit einem Fotostopp beim Atomium ging es dann in die Jugendherberge der 25 Kilometer nördlich von Brüssel gelegenen Stadt Mechelen (Malines).

Von Mechelen fuhr die Gruppe dann am dritten Tag morgens durch den Stop-and-Go-Verkehr hinein nach Brüssel, dieses Mal zur EU-Kommission. Bei der Kommission arbeitet seit 2001 ein gebürtiger Würzburger, Thomas R. Haub. Haub bringt inzwischen seit einem Jahrzehnt unseren Schüler/innen in einem Referat die Arbeit der Kommission nahe, als Absolvent des Abendgymnasiums (früher am Mozart-Gymnasium) und in Verbundenheit mit seinen ehemaligen Lehrkräften Josef Linsler und Dr. Hans Steidle  pflegt er weiter diese Beziehungen.

Vom Besuch in der EU-Kommission und mit einem kurzen Halt am Rande von Lüttich, ging es auf die Autobahn über Aachen, Köln und Frankfurt zur Heimfahrt, wo die Gruppe mit vielen neuen Eindrücken am Abend ankam. Die Oberstufenfahrt zu Europa-Institutionen gibt es seit 2004, seit 2015 werden mit Straßburg, Luxemburg und Brüssel drei Europa-Städte mit ihren Institutionen angesteuert.

wohu