Lernbüro

Das Dag ist ein Gymnasium und hat damit den gleichen Anspruch einer Allgemeinbildung wie alle anderen. Allerdings ist unser Weg zur Allgemeinen Hochschulreife ein wenig anders – wir wollen dabei stärker auf die Schülerinnen und Schüler, ihre Voraussetzungen und Lernfähigkeiten, eingehen und ihre Eigenständigkeit fördern. Dafür haben wir ein Konzept ausgearbeitet, mit dem wir diesen Zielen näherkommen wollen. Dabei ist eine Gelegenheit, um den Schülerinnen und Schülern mehr Zeit zum eigenständigen Lernen zu bieten und bei der sie auch zunehmend mehr Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen, unser Lernbüro.

Mathematik und die Frage, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, ein Gummibärchen einer bestimmten Farbe zu ziehen

Biologie und der Nachbau einer Zelle mit Knetmasse

Bei dieser Besonderheit finden sich für vier Wochen zwei bis drei Fächer zusammen. Jedes dieser Fächer stellt für die Phase eines Lernbüros ein bis zwei Stunden pro Woche zur Verfügung. In dieser Zeit haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, aber auch die Aufgabe, lehrplanrelevante Lerninhalte der Fächer selbst zu erarbeiten. Die entsprechenden Fachschaften und Lehrkräfte haben dafür spezielles Arbeitsmaterial er- und zusammengestellt, mit dem sich die Schülerinnen und Schüler selbstständig beschäftigen. Da mindestens zwei Fächer daran teilnehmen, besteht die Möglichkeit, zwischen den Fächern zu wählen. Dies erfordert einen gewissen Grad an Selbstorganisation und die Fähigkeit, die Zeit im Blick zu behalten. Wir glauben jedoch, dass die Schülerinnen und Schüler hierbei verstärkt lernen, Verantwortung für sich und ihren Lernprozess zu übernehmen. Sie erwerben auch, auf sich und ihre Tagesform einzugehen: habe ich gerade eher Lust auf Mathematik, oder doch eher Geschichte? Möchte ich einen Text lesen und ihn auswerten, oder eine kreative Aufgabe erledigen? Am Anfang stellt diese neue Lernmöglichkeit eine Herausforderung dar, aber wie bei allen anderen Herausforderungen auch wachsen Schülerinnen und Schüler daran. Und sie werden dabei nicht allein gelassen: jedem Lernbüro liegt ein Laufzettel zugrunde, auf dem genau angegeben wird, welche Aufgaben in welchen Zeitraum erledigt werden müssen, und welche freiwillig bei Interesse gemacht werden können. Darüber hinaus sind Lehrkräfte anwesend, die hier als unterstützende Lernbegleiter fungieren, falls Schwierigkeiten auftreten. Wie etwa die Frage, mit welchem Fach begonnen werden sollte. Im aktuellen Lernbüro der achten Klassen wird unter anderem die Wahrscheinlichkeitsrechnung thematisiert und hierbei soll – an Anschauungsmaterial – überprüft werden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, ein grünes nach einem roten Gummibärchen zu ziehen. Und da heißt es immer, man könne Mathematik nicht im Alltag gebrauchen.