Projekt Mitmensch in der 10. Klasse

Sozialpraktikum der 10. Klasse – eine Woche lang gilt: „Willkommen im richtigen Leben“

In diesem Projekt arbeiten die Schülerinnen und Schüler eine Woche lang während der Schulzeit im Rahmen eines ausgeklügelten Seminarkonzeptes (Vorbereitungskurs, Nachbetreuung, etc.) außerhalb der Schule in einer sozialen Einrichtung. Kooperationspartner ist dabei das Diakonische Werk Würzburg, die evangelischen Kinder-Jugendhilfe und verschiedene karitative Einrichtungen im Umkreis. Dort übernehmen die SchülerInnen Aufgaben für Menschen mit Einschränkungen und lernen deren Lebenswelt und die von pflegenden Berufen kennen.

„Selbstvertrauen und Zuversicht sind Fähigkeiten, die in den Menschen wachsen müssen, nicht von außen, sondern von innen. Das Wichtigste ist, sich Herausforderungen zu stellen. Jeder Mensch muss in sich selbst Mittel suchen, in die umgebende Welt aufzubrechen. Nur so kann er die Erfahrung machen, an neuen Herausforderungen zu wachsen. Dabei baut sich sein Gehirn um. Die Hirnforscher nennen das „experience dependent plasticity.“
(Gerald Hüther, Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung)

„Ich hätte nie gedacht, dass mich das so mitnehmen würde und zugleich wie wertvoll es war, dass ich dort eine Woche gearbeitet habe – mein Blick auf unsere Gesellschaft jedenfalls hat sich ganz schön verändert“ – solche und ähnliche Schlussvoten waren mehrfach zu hören, als unsere 10. Jahrgangsstufe sich nach ihrem verbindlichen Sozialpraktikum in der Woche nach den Osterferien am Samstagvormittag (!!!) zur Auswertung traf. Unglaubliches, was da viele erlebt haben: Pflegepersonalmangel, und die Folgen wurden real spürbar, genauso wie das Leben mit Behinderung und geistigen Einschränkungen, …wer kommt so alles in Beratungsstellen ?…wie lebt es sich als Jugendlicher in einem Heim?…oder gar der Stress auf einigen Krankenhausstationen, wie packen das die Angestellten nur so toll?

Obwohl unsere Schüler aufwendig auf ihr Praktikum vorbereitet wurden (auch mit Unterstützung eines Psychologen und von Fachkräften im Pflegebereich und der Jugendhilfe), waren doch einige von der Realität ganz schön überrascht und etliche dauerhafte Bindungen zu den jeweiligen Einrichtungen und dort betreuten Menschen wurden aufgebaut. Wertvoll… nachhaltig…auf jeden Fall ein wirklich interessanter Einblick in den Bereich der sozialen Berufe.   

Pfr. Herpich