SELF-Tage Religion in den 7. Klassen: eine Interreligiöse Shuttletour

Zwei Fernsehreporterteams und drei RadioreporterInnen mit neugierigen Fragen verbauten den Schülern unserer 7. Klassen am Morgen des 20. Dezember den Eingang in den Gelenkbus am Bahnhof, mit dem wir zur „Interreligiöse Shuttletour“ aufbrachen. Ziel war es eigentlich, russisch-orthodoxen Christen, Sikhs, Muslimen und Juden in ihren Gottes- und Gemeindehäusern zu begegnen, sich gegenseitig kennenzulernen und voneinander zu lernen. Doch das denkwürdige Datum gab dem Tag sein eigenes Gepräge. Natürlich standen Angst und Verunsicherung am Tag nach dem Berlinattentat im Raum und selbstverständlich distanzierte sich jede besuchte Gemeinde klar und deutlich von Gewalt und Terror. Wir legten für die Opfer Schweigeminuten ein und arbeiteten gemeinsam daran, dass unsere Welt friedlicher zusammenwächst. Natürlich ist „der andere“ anders, das darf und soll er auch sein, aber das „Anderssein“ heißt nicht, dass man sich voreinander fürchten muss – das war eine der Erkenntnisse, die unsere SchülerInnen mitnahmen – neben den interessanten Einblicken in die jeweiligen Religionen, versteht sich! Da schläft ein Buch bei den Sikhs in einem eigenen Bett, wird morgens geweckt und „bewedelt“, Männer und Frauen sind da völlig gleichberechtigt und heißen alle gleich: entweder „Prinzessin“ oder „Tiger/Löwe“ (Singh) bei den Sikhs, bei den Russisch-Orthodoxen war das mit der Frauengleichberechtigung ganz anders (Kopftücher für Frauen im Gottesdienst als Norm), dafür bewegende Ikonen im Gottesdienstraum und vieles mehr.

SELF-Tage Religion 7. Klasse (klein)

Im Bild: Schülerinnen im der jüdischen Synagoge bekommen von Alexander Schiff erklärt, was man unbedingt wissen muss, wenn man ein orthodoxes jüdisches Gotteshaus besucht, und was man Essen darf und was nicht.

Ein Tag voll aufregender Eindrücke – fanden auch die Reporterteams, die unsere Shuttletour fleißig gesendet haben.

Pfr. Christian Herpich